Den Maschinenfrühling anstreben

Zum Beispiel das allgegenwärtige, unpolitische und reaktionäre Gefasel, das davon ausgeht, Hiroshima und Nagasaki kämen von der Physik statt vom Zweiten Weltkrieg, die Verweigerung und Zerstörung reproduktiver Rechte käme von den Biowissenschaften statt vom Patriarchat, die Überwachung käme von der Computertechnik statt vom Imperialismus und so weiter. Also die ganze gängige ”Technikkritik“, die systematisch verschweigt, dass der Folterer foltert, nicht das Folterinstrument. Unterdrückung, Ausbeutung und so weiter sind Verhältnisse zwischen Menschen, nicht schuldhafte Folgen der Aufklärung.

Die Irren vom Spiegel, die irre sind, weil sie sich aus Überzeugung immer irren müssen, werfen im Dienste des antirussischen Imperialismus Stinkbomben auf so etwas Wunderschönes wie das von ihnen erfundene, trotzdem richtige, bloß falsch bezeichnete „kommunistische Machbarkeitsmantra“. *

Was fehlt eigentlich noch für den Kommunismus?
„Der politische Wille“ (Wirtschaftswissenschaftler Sergej Sibirjakow).

* Hier ist nicht die Rede von sozialistischem Buddhismus oder ähnlich Unnützem, was sich Linke so haben einfallen lassen in den Jahren ihrer Ohnmacht. Das kommunistische Machbarkeitsmantra meint: Wir können das gute Leben haben, wenn wir es wollen. Aber wollen müssen wir schon.


3 Antworten auf “Den Maschinenfrühling anstreben”


  1. 1 Jan Filip Geldsack 03. Januar 2010 um 14:07 Uhr

    … die Überwachung käme von der Computertechnik statt vom Imperialismus und so weiter …
    (Dath)

    Gerade eben die große Überschrift auf der Homepage der ZEIT:

    Maschinen, achtet die Würde!

  2. 2 crull 04. Januar 2010 um 1:15 Uhr

    Good one, leider habe ich’s nicht gefunden. Es ging wohl um die Zerstörung/Erhaltung der Zivilisation durch Nacktscanner?

  3. 3 Jan Filip Geldsack 04. Januar 2010 um 17:09 Uhr

    ja.

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