Rassisten gegen Balotelli

Heute Abend wird der FC Bayern auf Juventus Turin treffen. Nur ein Sieg wird die Roten im Wettbewerb halten, alles andere bedeutet das frühe Aus – wahrscheinlich auch für Trainer Louis van Gaal. Wem meine Sympathien gelten, ist ja bekannt. Allerdings gibt es diesmal etwas mehr zum Gegner der Bayern zu sagen: Juventus Turin ist neben Inter Mailand der einzige italienische Club, dem ich etwas abgewinnen kann, hauptsächlich, weil Brazzo Hasan Salihamidžić dort (leider viel zu selten) spielt. Doch macht der Verein dank seiner Fans derzeit mit anderen denn fußballerischen Leistungen von sich reden. Für Turins Fans gehört es mittlerweile zum guten Ton, rassistisch gegen Inter Mailands Spieler Mario Balotelli zu hetzen. Zum ersten Mal geschah dies bereits im April, auch wenn man sich das abgeguckt hatte bei den faschistischen Ultras von AS Rom. Selbst als Inter gar nicht der Gegner war, bot ein Spiel gegen Girondins Bordeaux den Turinern Gelegenheit, ihren rassistischen Haß auf Balotelli mitzuteilen. Gleiches ereignete sich beim Spiel gegen Udinese Calcio. So war es dann kaum überraschend, daß die Geschichte auch beim neuerlichen Aufeinandertreffen von Inter und Juventus ihre Fortsetzung fand. Dem rassistischen Mob sind die Geldstrafen gegen „ihren“ Verein selbstredend genauso gleichgültig wie die Aufrufe der Vereinsvertreter, die rassistischen Gesänge einzustellen. Wer nun meint, die Turiner Ultras wären ein ärgerlicher Ausnahmefall, der irrt gründlich. Zur Serie A gehört der Rassismus leider so sehr dazu wie der süße Senf zur Weißwurst: Nicht notwendig, doch in aller Regel eben schon.


1 Antwort auf “Rassisten gegen Balotelli”


  1. 1 crull 09. Dezember 2009 um 0:19 Uhr

    Was für ein Abend! Selten war die Anspannung im Vorfeld eines Spiels so groß wie heute, so gut wie nie wurde die Anspannung im Verlauf umgewandelt in solche Begeisterung. Grandioses trug sich zu in Turin. Konnte Juve nach einem unnötigen Fehler von Demichelis durch ein Zuckertor von Trezeguet in Führung gehen, so lief ab da alles in die entgegengesetzte Richtung. Der torgefährlichste Torhüter der Welt, Jörg Butt, versenkte den Elfer, nach der Pause schoß Olic die Bayern in Führung. Gomez machte alles klar, Tymoschtschuk sorgte bereits in der Nachspielzeit für das Sahnehäubchen. Welche Herrlichkeit, welche Pracht! Da wird noch Großes kommen, ich bin sicher.

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