Verspätet zum Ärgernis Mauerfalltag: Peter Hacks

Wer kann die Pyramiden überstrahlen?
Den Kreml, Sanssouci, Versailles, den Tower?
Von allen Schlössern, Burgen, Kathedralen
Der Erdenwunder schönstes war die Mauer.
Mit ihren schmucken Türmen, festen Toren.
Ich glaub, ich hab mein Herz an sie verloren.

aus: Das Vaterland.


51 Antworten auf “Verspätet zum Ärgernis Mauerfalltag: Peter Hacks”


  1. 1 Neoprene 06. Dezember 2009 um 10:41 Uhr

    Und dafür haben sie ihn nicht gehauen??

  2. 2 crull 06. Dezember 2009 um 10:42 Uhr

    Wer? Und warum?

  3. 3 bigmouth 06. Dezember 2009 um 13:58 Uhr

    hacks wird auch hin & wieder sehr positiv im bürgerlichen feuillition besprochen – als dichter ist er anerkannt.

    ich hätte ihm an stelle der genannten für sein guiloitinen-gedicht wahrscheinlich die scheiße aus dem leib geprügelt. gut begründet, will ich meinen. ich finde dieses ddr-untergangs-lamentieren im wesentlichen peinlich. der realsozialismus war halt so unattraktiv, dass sich ’89 quasi niemand mehr fand, der ihn verteidigen wollte. hätte sich Hacks halt ein anderes volk wählen sollen

  4. 4 crull 06. Dezember 2009 um 14:15 Uhr

    Andersrum ist der deutsche Realimperialismus anscheinend derart attraktiv, daß man ihn auch gerne am Hindukusch verteidigt. Ob das nun für ihn spricht? Jedenfalls bist du sicher nicht der einzige, der Hacks gerne „die scheiße aus dem leib“ prügeln würde.

  5. 5 Mahner 06. Dezember 2009 um 16:07 Uhr

    Ist diese Hetze jetzt als Reaktion von Leuten zu verstehen, die nach der Revolution hauptsächlich mit Gewalteinwirkung und unterlassener Hilfeleistung konfrontiert sein werden?

  6. 6 bigmouth 06. Dezember 2009 um 16:45 Uhr

    wie süß. erzähl‘ deine gewaltfantasien doch deinem arzt!

  7. 7 bigmouth 06. Dezember 2009 um 18:45 Uhr

    um die verwirrung zu beseitigen, ich meine folgende Hack’sche produktion:

    Eine Plattform steht von Planken,
    Draus zwei Pfosten stattlich ragen,
    Die, geschmückt mit Eichenranken,
    Das geschärfte Eisen tragen.
    Bald aus einem fernen Knarren
    Bildet sich ein Zug von Karren.
    Krause rollt und de Maizière
    Vorne vor dem Zuge her.

    Böhme, Thierse, Schnur und Stolpe,
    Gysi, Modrow, Wolf und dann
    Poppe, Barbe, Klier und Bohley,
    Schröder, Ull- und Eppelmann,
    Die Gebrüder Brie und, ärger,
    Eheleute Wollenberger,
    Alle lassen ihren Kopf
    Fallen in den Auffangtopf.

  8. 8 crull 06. Dezember 2009 um 19:49 Uhr

    Und was ist nun dein Problem mit dem Gedicht? Das ist mit einem Aufruf zum Mord wohl kaum zu verwechseln. Stattdessen werden da in künstlerischer Weise zwei ganz unterschiedliche Ereignisse zusammengebracht: Einerseits die Hochphase der Französischen Revolution, andererseits die deutsche Konterrevolution, die du wahrscheinlich nicht so nennen würdest, die dadurch ihr Wesen trotzdem nicht verändert. Was im Gedicht nun veranstaltet wird, ist die Veranschaulichung dessen, was Konterrevolutionären in einer revolutionären Phase, wie Hacks sie sich denkt, wohl geschehen würde. Das verweist erstmal darauf, daß die Zeit, in der Hacks dies verfasste, alles andere als eine revolutionäre war. Weiter ist das ein Witz auf Kosten des Ehrgefühls so ätzender Gestalten wie Thierse, Gisy und Lengsfeld sie nunmal sind – alles aus der Perspektive eines Unterlegenen, der sich dem Wiedervereinigungsjubel mit allem Recht nicht beugen wollte.
    Und da bist du dir nicht zu schade für, Gewalt für eine ganz richtige, angemessene Reaktion dem Hacks gegenüber zu halten? Haha.

  9. 9 bigmouth 06. Dezember 2009 um 20:13 Uhr

    das ist doch einfach blödes rumgejammer. als hätte die ddr einfach weiter machen können wie vorher – so ohne SU, und mitMilliardenschulden, bei gleichzeitiger abgestelltheit der eigenen produktion auf aussenhandel. oder als wären da einfach die benannten schuld gewesen, und hätten die ossis dahin verführt, bananen wichtiger zu finden als realsozialismus

    zur mauer: da zeigt sich ja schon ein grundproblem. sozialismus mit menschenmaterial aufbauen, dass da gar nicht so viel sinn drin sieht. und weil die partei ja immer recht hat, zwingt man die leute zum dableiben, anstatt zu gucken, ob man denen nicht was bieten könnte. hätte ja ausserhalb des brd-konsumgüter-niveaus, das die ddr ja wirklich so erst mal nicht hätte auf die reihe kriegen können, bestimmt andere sachen gegeben, die als anreiz hätten dienen können, die ddr der brd vorzuziehen. aber das war wohl mit dem sozialismus-verständnis der SED nicht vereinbar: wir sind die avantgarde und sagen, wo’s lang geht, und die proleten haben uns zu folgen und durch uns aufgeklärt zu werden. und wenn sie nicht folgsam sind, kommen sie halt in den knast oder auf den kehrrichthaufen der weltgeschichte

  10. 10 crull 06. Dezember 2009 um 20:22 Uhr

    Wer politisch mißliebige Dichter verdreschen will, braucht nicht mit der moralischen Tour kommen, wie böse die DDR war, weil sie ihre Grenze geschlossen hat. Ansonsten bin ich nicht die DDR, auch nicht die SED, und lasse mich daher auch nicht stellvertretend anklagen.

    edit: Was ist das überhaupt für ein Witz, daß ich dir ein Gedicht erkläre, das du offensichtlich nicht verstanden hast, du dann mit keinem Wort darauf eingehst, sondern von angeblichem Rumgejammere daherredest?

  11. 11 bigmouth 06. Dezember 2009 um 21:06 Uhr

    ich hätte ihm an stelle der genannten für sein guiloitinen-gedicht wahrscheinlich die scheiße aus dem leib geprügelt. gut begründet, will ich meinen.

    mit „politisch mißliebig“ hat das nichts zu tun. bei einem christ- oder sozialdemokraten hätte ich nämlich genau das gleiche geschrieben, wenn der in dieser form leute persönlich angegriffen hätte

  12. 12 bigmouth 06. Dezember 2009 um 21:11 Uhr

    und wieso hast du jetzt diese mauergedicht gepostet? humor? oder vertrittst du diese botschaft?

  13. 13 bigmouth 06. Dezember 2009 um 21:22 Uhr

    und ja, dass das (zumindest in der strophe) mit völlig überzeichneter Hyperbel arbeitet, merke ich

  14. 14 Mahner 06. Dezember 2009 um 21:25 Uhr

    wie süß. erzähl‘ deine gewaltfantasien doch deinem arzt!

    Den Unterschied zwischen deinen Fantasien, die darauf hinauslaufen einen alten Mann zusammenzuschlagen und meiner Reaktion darauf erklärst du mir bitte noch. Oder warum sind deine realen Drohungen gegen oppositionelle Künstler scheinbar in Ordnung, während meine Spekulation über deine Motivation offenbar krankhafte (--> „arzt“) „gewaltfantsien“ sind?

  15. 15 crull 06. Dezember 2009 um 21:44 Uhr

    Da stellt der Mahner die richtige Frage. Wobei mich mittlerweile die Antwort nicht mehr interessiert. Ich brauche auf so einen lächerlichen Brutalinski-Scheiß nicht mehr nachsichtig zu antworten. Schreib doch deine Gewaltphantasien gegen Kommunisten auf dein eigenes blog oder besser noch auf Klopapier. Da passen dann Text und Medium fabelhaft zusammen. Und weil ich so ein guter Mensch bin, gibt es sogar noch einen Tip für lau: Bloß nie Simpsons, South Park oder Titanic wahrnehmen, da werden deine heißgeliebten Reaktionäre nämlich auch gerne verunglimpft. Ach, das weißte schon? Ach, das ist dir egal? Du regst dich nur maßlos über verstorbene Gegner der Konterrevolution auf? Na dann, Fall abgeschlossen.

  16. 16 Hoschi 06. Dezember 2009 um 22:26 Uhr

    Die DDR hätte selbstverständlich (fast) genauso weiter machen können wie bisher. Einfach Grenzen in Richtung BRD auf, in Richtung DDR dicht. Wer drüber geht verliert jeden Anspruch auf Versorgung und Eigentum in der DDR, und wird nicht mehr reingelassen. Millionen obdachloser DDR-Flüchtlinge, die betteln, Leute überfallen und auf der Straße verrecken hätte die BRD binnen weniger Monate dazu gezwungen, die Grenzen dicht zu machen und die Flüchtlinge zu internieren und/oder wieder abzuschieben. Die ganze Episode hätte dazu geführt, dass sowohl unter West- wie Ostbevölkerung niemand mehr an einer Wiedervereinigung interessiert gewesen wäre. Gabs in viel kleiner Form z.B. als Aktion von Cuba, wenn die USA zu fech werden lässt man mal ein paar Wochen die Grenzkontrollens schleifen und schon kommt Washington an und bittet um Rücknahme der ganzen Flüchtlinge und das Schließen der Grenzen. Im Fall BRD/DDR wär das ganze viel fataler gewesen, Millionen DDR-Flüchtlinge hätten die BRD binnen kürzester Zeit vollkommen destabilisiert.

  17. 17 Es sagt: 07. Dezember 2009 um 1:10 Uhr

    Möchte mich dem Vorredner anschließen. Die Umfragen von Ostdeutschen sprechen eine sehr deutliche Sprache. Die Freude über real existierende Freiheit verfolg bei sehr vielen schnell.

  18. 18 bigmouth 07. Dezember 2009 um 12:12 Uhr

    lächerlichen Brutalinski-Scheiß

    also, du postest hier ein gedicht, wo ein bauwerk gelobt wird, das für die tötung von über 100 leuten steht – und ich vertrete brutalinski-scheiße? aha

  19. 19 Gauck 07. Dezember 2009 um 14:21 Uhr

    Über 1000 Opfer! Zählen die von Terroristen wie Dir ermordeten DDR-Grenzer auch dazu, bigmouth?

  20. 20 Birthler 07. Dezember 2009 um 15:33 Uhr

    Die Mauer hat vor allem die 100 Leute erschossen…schon klar.

  21. 21 bigmouth 07. Dezember 2009 um 15:43 Uhr

    100, nicht 1000

  22. 22 crull 07. Dezember 2009 um 17:42 Uhr

    bigmouth, jetzt verstehe ich endlich: Peter Hacks war ein grausames Monstrum! Wie konnte dieser alte Irre nur so menschenverachtende Gedichte über massenmordende Bauwerke und fiktive Fallbeile veröffentlichen! Welch unfassbares Leid hat diese Bestie über uns gute Leute gebracht!
    Nun ziehe weiter, bigmouth, und verkunde überall in der Welt deine Kunde, o großer Erleuchteter! Und lass mich dir noch mitteilen: Es gibt noch mehr der Hacks’schen üblen Sorte! Denk an den Brecht, den Becher und neuerdings den Dath! Gib keine Ruhe, bis nicht auch der letzte rote Gewaltfetischist schweigt, du großer Rächer der reaktionären Unschuld!

  23. 23 Jan Filip Geldsack 07. Dezember 2009 um 19:12 Uhr

    Und auf die Idee, dass ein Bauwerk, „das für die tötung von über 100 leuten steht“, auch für die Bewahrung des Friedens in Mitteleuropa, für sozialen Fortschritt – in beiden dt. Staaten – und das vorläufige Ende des dt. Imperialismus steht – also nicht nur metaphorisch dafür steht, sondern tatsächlich genau dafür stand, mithin also für Vernunft & ein gutes Leben; auf die Idee kommst du (bigmouth) einfach nicht?

    bigmouth vertritt zwar nicht Brutalinski-Scheiße; aber für sie stehen tut er ja irgendwie schon!

  24. 24 Mahner 08. Dezember 2009 um 0:34 Uhr

    Bigmouth du hast wohl meine Frage übersehen:

    „Den Unterschied zwischen deinen Fantasien, die darauf hinauslaufen einen alten Mann zusammenzuschlagen und meiner Reaktion darauf erklärst du mir bitte noch. Oder warum sind deine realen Drohungen gegen oppositionelle Künstler scheinbar in Ordnung, während meine Spekulation über deine Motivation offenbar krankhafte (--> „arzt“) „gewaltfantsien“ sind? “

  25. 25 earendil 08. Dezember 2009 um 15:53 Uhr

    Oh Mann… „Auf die Leiche des Realsozialismus zu pissen“ (Rumpelstilzchen), mag lächerlich sein – sie 20 Jahre nach dem Ableben noch hochzuhalten, ist es erst recht. Nur weil der BRD-Imperialismus scheiße ist, wird doch die DDR nicht besser. Naja, es gab ja auch Leute, die sich im Kosovokrieg nicht entblödeten, Milosevic gegen den den Westen hochzuhalten. Aber wenigstens lebte der da noch.

    „deutsche Konterrevolution“: Kann mir mal jemand sagen, welche Revolution da gekontert wurde? Die letzte gekonterte Revo in Deutschland, von der ich weiß, ist 90 Jahre her.

    @Geldsack: Du kommst sicher gleich auch noch auf die Idee, die Atomwaffenarsenale hätten den Frieden bewahrt, oder?

  26. 26 earendil 08. Dezember 2009 um 16:03 Uhr

    Zur Brutalinski-Scheiße: Ich bin mir absolut sicher, dass Bigmouth seine Gewaltfantasie tatsächlich als Fantasie bzw. Metaphorik begreift. Für Hacks‘ Guillotine-Verse oder den Kommentar des Mahners hier mag das auch gelten, aber die Lobpreisung auf die Mauer ist schon deshalb nicht rein metaphorisch, weil das Ding tatsächlich stand.

  27. 27 Jan Filip Geldsack 08. Dezember 2009 um 17:06 Uhr

    @Geldsack: Du kommst sicher gleich auch noch auf die Idee, die Atomwaffenarsenale hätten den Frieden bewahrt, oder?

    Keine Ahnung. So absurd ist das nicht, dass man nicht auf die Idee kommen könnte, oder!?
    Ich komme insgesamt auf die Idee, dass der Sozialismus, und zwar der real existierende, die Welt eher sicherer gemacht hat, und dass du, earendil, sie eher unsicher machst, wenn du so weitermachst. Wenn du also bitte noch mal die klassischen Schriften durchgehen würdest, unter Berücksichtigung der aktuellen Weltsituation und deines Verstandes, wäre das prima.

    Die Leiche irgendeines dritten Wegs hochzuhalten, 2.000 Jahre nach dessen Ableben, ist auch nicht nur cool.

  28. 28 star wars 08. Dezember 2009 um 18:44 Uhr

    Die Leiche irgendeines dritten Wegs hochzuhalten, 2.000 Jahre nach dessen Ableben, ist auch nicht nur cool.
    He, he. Ist nicht lange her, da waren die Sozialdemokraten scharf auf solche Konstrukte. =>Labour Party, Toni Blair.

  29. 29 crull 08. Dezember 2009 um 19:58 Uhr

    @ earendil: Um deine begriffliche Verwirrung zu beseitigen, sei dir gesagt, daß es auch so etwas wie eine Revolution von oben geben kann, die nicht auf begeistert mitziehende Massen angewiesen ist.
    Zu den anderen Punkten mag ich mich ehrlich gesagt nicht äußern. Wer die DDR nicht mag, der läßt es eben. Die Bekundungen der Gegnerschaft, nahezu inhaltslos, dafür rechtschaffen entrüstet, interessieren mich gleich null.

    @ Mr. Geldsack:

    Frage: Glauben Sie, dass das tatsächliche Monopol der Vereinigten Staaten in Bezug auf die Atombombe eine der hauptsächlichen Bedrohungen des Friedens darstellt?

    Antwort: Ich glaube nicht, dass die Atombombe eine so schwerwiegende Macht ist, wie gewisse Politiker sie hinzustellen geneigt sind. Die Atombomben sind zur Einschüchterung von Leuten mit schwachen Nerven bestimmt, sie können aber nicht über die Geschicke eines Krieges entscheiden, da sie für diesen Zweck keineswegs genügen. Gewiss schafft ein monopolistischer Besitz des Geheimnisses der Atombombe eine Bedrohung, aber dagegen gibt es zumindest zwei Mittel:

    a) der monopolistische Besitz der Atombomben kann nicht lange dauern;

    b) die Anwendung der Atombombe wird verboten werden.

    von hier
    b) war unsicher, a) ein Stück sicherer. Die Geschichte gab Möglichkeit a) recht.

  30. 30 earendil 08. Dezember 2009 um 21:46 Uhr

    Inhaltslose Bekundungen der Gegnerschaft (die ich nicht ausgesprochen habe) interessieren dich nicht, inhaltslose Liebesbekundungen dagegen schon? Na schön, will deine nekrophilen Beziehungen nicht weiter stören.

    Zur allgültigen Lehre des historischen Zynismus will ich mich auch nicht weiter äußern. Macht nur, ihr findet schon für jede Scheiße eine historische Rechtfertigung, bei der euch „die Geschichte recht gibt“.

  31. 31 crull 09. Dezember 2009 um 0:13 Uhr

    Immer wieder frage ich mich, wieso ich Leuten, die Fragen stellen, die sie offensichtlich nicht beantwortet wissen wollen, versuche, etwas zu erklären, um von diesen Leuten dann aufgrund einer zutreffenden Erklärung argumentlos angegriffen zu werden. Die Erklärung ist einfach: Ich neige aufgrund meiner grenzenlosen Zuneigung zu den real existierenden Menschen zu Fehleinschätzungen. :(

    edit: Doch noch was Inhaltliches zur SU und ihren Atombomben: Daß der Besitz dieser Waffe der SU den Arsch gerettet hat, scheint mir doch offensichtlich zu sein. Einen 3. Weltkrieg hat es jedenfalls nicht gegeben. Am Pazifismus der USA lag das nicht. Der Fehler der SU bestand in etwas anderem, nämlich dem Wettrüsten. Die militärische Konkurrenz, deren Annahme für die Existenz der SU zweifelsohne notwendig war, wollte sie sich nicht abschaffen lassen, war das eine – das andere war es, den militärischen Bereich als geeignet für einen Wettbewerb mit dem Imperialismus anzusehen und sich auf diesem Feld hervortun zu wollen, um so die Überlegenheit des Sozialismus zu beweisen. Das war völlig verkehrt, denn die Rüstung sollte damit nicht mehr bloß ihren ursprünglichen Zweck erfüllen (den Bestand der SU sichern), so daß Produktion und Versorgung in sozialistischer Manier hätten verbessert werden können. Nein, im Gegenteil sollten die Bedürfnisse zurückgestellt werden, sollte die Produktion mehr und mehr Rüstungsgüter herstellen, um in der militärischen Konkurrenz zu glänzen. Den Fehler kann man benennen, obskure Gestalten, deren aktuelles hobby es ist, Kommunisten Gewaltgelüste unterzuschieben, werden das wohl trotzdem nicht wahrnehmen wollen.

  32. 32 crull 09. Dezember 2009 um 1:39 Uhr

    Eben stand hier noch ein typischer Einzeiler, wie bigmouth sie gerne schreibt. Sowas bleibt in Zukunft auf diesem blog nicht mehr stehen.

  33. 33 earendil 09. Dezember 2009 um 10:45 Uhr

    Hab ich dich denn wegen deiner Antwort angegriffen, du armer verkannter Philantrop? An der hab ich doch gar nicht viel auszusetzen; oder wenigstens erscheint es mir nicht lohnend, sich über den Revolutionsbegriff zu streiten. Deine Bemerkungen zu Atombombe und Wettrüsten finde ich auch nicht gänzlich falsch. Nordkorea reicht ja auch ein Mini-Atomwaffenarsenal zur Abschreckung. (Ist natürlich sehr spekulativ, ob’s ohne sowj. Atombombe einen 3. WK gegeben hätte, möglich aber schon.) Als Rechtfertigung ist das noch lange nicht ausreichend. Mir erscheint jedenfalls die SU rückblickend nicht verteidigenswert genug, um deswegen mal kurz einen Atomkrieg zu riskieren.

    Bigmouths Einzeiler sagen übrigens manchmal ne Menge aus.

    MfG
    obskure Gestalt

  34. 34 bigmouth 09. Dezember 2009 um 12:20 Uhr

    nordkorea ist ja auch für niemanden konkurrenz

    ich stellte in frage, dass das wettrüsten lediglich das ergebnis von schwanzvergleich war

    wenn der gegner icbms hat, überlegt der sich, ob er die nicht abgeschossen kriegt bevor die gegnerischen bomber in reichweite kommen. also braucht man selbst auch icbms, und in reichweite und payload muss man auch mithalten können

    oder: es erfolgt ein konventioneller angriff auf die ddr. atomschlag als antwort bedeutet atomkrieg -> 100e millionen leute tot, inklusive des eigenen menschenmaterials. ist man so bekloppt? bzw nimmt einem der gegner ab, so bekloppt zu sein?

  35. 35 Jan Filip Geldsack 09. Dezember 2009 um 16:03 Uhr
  36. 36 crull 09. Dezember 2009 um 23:58 Uhr

    @ earendil: Jemandem „historischen Zynismus“ vorzuwerfen, ließt sich für einen sensiblen Feingeist wie mich durchaus wie ein Angriff. Whatever. Ob die SU die Mühe wert war, ist eine ganz andere Frage, zu der ich mich gar nicht geäußert habe.

    @ bigmouth: Die USA haben der SU wortwörtlich alles zugetraut, sowieso das, wozu sie im Zweifelsfall selbst fähig gewesen wären (siehe Mr. Geldsacks link). Die SU wiederum hatte eine recht zutreffende Ansicht, was von der USA (und den mit ihr im Bunde stehenden Staaten) zu erwarten sei. Daraus ergab sich die Annahme der aufgezwungenen militärischen Konkurrenz. Da musste die SU mithalten, was sie auch getan hat, soweit sie konnte. Da kam aber noch etwas hinzu: Die sowjetische Rüstung orientierte sich nicht allein an militärischen Notwendigkeiten, sondern wollte auf dem militärischen Gebiet die Überlegenheit des Sozialismus beweisen. Daß das zwei verschiedene Sachen sind, ist doch klar.

    „nordkorea ist ja auch für niemanden konkurrenz“

    Den Koreakrieg hat es nie gegeben, Nordkoreas Lage ist eh total entspannt, was man an der Teilnahme an der WM 2010 sieht. Und seit Obama hat sich das mit der „Achse des Bösen“ ja auch erledigt.

  37. 37 l 10. Dezember 2009 um 0:22 Uhr

    Macht nur, ihr findet schon für jede Scheiße eine historische Rechtfertigung, bei der euch „die Geschichte recht gibt“.

    LOL

    Mir ist klar, dass den meisten hier unverständlich ist, wie diese Sachen jemandem so wichtig sein können, dass er_sie dafür ultrareaktionäre Äußerungen und Einflussnahmen in Kauf nimmt. Aber ohne Kirche kein Christentum, und man muss wohl damit leben, politisch zum größten Teil nur gegen die eigene Kirche agieren zu können.

    http://maedchenblog.blogsport.de/2009/11/30/moralisch-einwandfrei-kirche-droht-spanischen-politiker_innen/#comment-36252

  38. 38 crull 10. Dezember 2009 um 0:27 Uhr

    @ l: Herzlichen Dank für den link! Mir war gar nicht klar, mit was für einem ich mich hier herumschlage. Da lag ich mit meiner Rede von „obskuren Gestalten“ ja goldrichtig!

  39. 39 earendil 10. Dezember 2009 um 1:40 Uhr

    @crull: Ja klar war das ein „Angriff“, aber eben nicht wegen der Antwort, sondern wegen des historischen Zynismus, mit dem du und Herr Geldsack Mauer und Atomwaffen rechtfertigen. Zumindest hört sich das für mich so an – wenn du die Mauer nicht toll findest, warum dann das Gedicht? Und wenn die SU bzw. DDR nicht der Mühe wert waren, warum dann die Rechtfertigung?

    Oder sollte das nur ne Provo gegen die Nationalfeierlichkeiten sein? Das fänd ich ja noch ok.

    Nordkorea ist für den „Westen“ ein Ärgernis, aber keine systembedrohende Gefahr wie einst die SU und kommt daher mit schwächeren Abschreckungsmitteln aus, insofern hat Bigmouth schon recht. Es stellt sich trotzdem die Frage, ob der SU zur Abschreckung nicht auch ein kleineres Arsenal genügt hätte und da nicht doch mehr im Spiel war als rein militärische Logik.

    Aber ist auch egal, „so einen“ braucht man ja eh nicht mehr ernst nehmen, auch da, wo’s gar nicht um Glauben geht – gell? Zugegeben, ist auch einfach zu verlockend.

    @Lahma: Und, hab ich da was historisch gerechtfertigt? Hab ich überhaupt irgendeine konkrete Scheiße gerechtfertigt? Hacks und sein Fan Crull finden die Mauer super*; ich finde die Anti-Choice-Kampagnen der RKK scheiße, würde sie aber, wenn ich Katholik wäre, wohl für andere Sachen in kauf nehmen. Unterschied erkannt? Wenn jemand sagen würde: Mauer, Atomwaffen und ein paar andere Sachen waren scheiße, aber SU und DDR waren trotzdem unterstützenswert, weil … – dann würde ich das zwar nicht teilen, aber das wäre schon noch was anderes.

    Einen Atomkrieg würde ich zur Rettung der Kirche übrigens auch nicht riskieren.

    *In Wirklichkeit findet natürlich niemand die Mauer super, aber (leider, leider) notwendig. Reaktionäre politische Hetze seitens der RKK finde ich aber auch nicht notwendig.

  40. 40 l 10. Dezember 2009 um 2:22 Uhr

    der witz ist doch, e: ohne mauer keine ddr über jahrzehnte hinweg. ohne atomwaffen keine su über jahrzehnte hinweg. deshalb finden sie die mauer „super“. und nicht, weil sie einfach auf irgendwelche mauern stehen oder auf atomwaffen als atomwaffen.

    du weißt doch: ohne kirche kein christentum. – da verstehst du das ja bestens.

    nur hier fällt es dir etwas schwerer. tja.

  41. 41 l 10. Dezember 2009 um 2:23 Uhr

    aber mit den gläubigen ist das sowieso so ne sache …

  42. 42 l 10. Dezember 2009 um 2:28 Uhr

    du willst halt das christentum, crull und geldsack sozialismus. was dich nicht davon abhält, hier ein trara um eingesetzte mittel zu veranstalten: bei sicherung des christentums haste da ja auch keine hemmungen. naja, ein bisserl gewissensbisse. hatten die realsozialisten vllt auch manchmal …

  43. 43 Jan Filip Geldsack 10. Dezember 2009 um 10:01 Uhr

    Mir fällt grad noch was zum Thema ein:
    Also hier in Leipzig geht die Legende um, dass es einen Typen gibt, der seit dem Mauerfall einen Schluckauf hat.

    Und das ist dann schon witzig!

  44. 44 earendil 10. Dezember 2009 um 11:11 Uhr

    @Lahma: Dass die Mauer „notwendig“ war, lag ja vielleicht auch daran, dass der DDR-Sozialismus ein wenig suboptimal war? S. oben.

    Gewissensbisse: Um mehr geht’s drüben auch gar nicht, konkret darum, dass einer Mädchenblogautorin ein schlechtes Gewissen gemacht werden soll, weil sie Kirchensteuer zahlt.

    Und klar hab ich bei der Verteidigung des Christentums „Hemmungen“ und würde überhaupt keine Zwangs- oder Gewaltmaßnahmen für diesen Zweck befürworten, was bei einem lohnenswerten sozialistischen Projekt anders wäre. Sind halt zwei Paar Schuhe.

  45. 45 earendil 10. Dezember 2009 um 11:25 Uhr

    Konkret wäre für mich etwa beim spanischen Bürgerkrieg die „richtige“ Seite schon klar, auch wenn da Kirchen abgefackelt und Priester getötet wurden. Wie bei den meisten Angriffen von links hatte die Kirche da eh selber schuld.

  46. 46 lyzis welt 10. Dezember 2009 um 23:06 Uhr

    „Daß er nicht eben ein Demokrat war, war ja nun in seinem siebzigsten Jahr keine Überraschung mehr.“ (Peter Hacks über Sokrates)

    „Ich bin der festen Überzeugung: Der Frieden in Europa muss erhalten werden. Ein Krieg wäre das Schlimmste für alle europäischen Länder.“ (Joseph Goebbels, 1937)

    „Wo aber Weisheit scheitert und Geduld,
    Dort wird die teilnahmsvolle Brust zur Schuld.“
    (Peter Hacks)

    @crull: Du blamierst dich mal wieder daran, deine Attitüde eines demokratischen Argument- und Disskussionsdrecks-Hochhalters (=romantisch) mit autoritär-absolutistischen (= Wahrheit), zudem auch noch unvollständigen und zusammenhangslosem Stalinisten-Zitatebrei auszuschmücken. Kapier endlich, dass letzteres unter keinen Umständen mit ersterer kompatibel ist, oder du bekommst das hirnlose Deppengehetze gegen Vernunft und dich selbst von Canaillen wie earendil & bigmouth zurecht vor den Latz geklatscht.

    Noch der Witz des Jahres zum Schluss:

    „wenigstens erscheint es mir nicht lohnend, sich über den Revolutionsbegriff zu streiten“ (Kirchen- und Christentumverteidiger (Motto: „Die paar hundert Millionen Kreuzzugs-Toten haben immerhin dafür gesorgt, dass sich kein Sozialismus ausbreiten konnte“) earendil)

    L
    O
    L
    !

  47. 47 earendil 11. Dezember 2009 um 12:08 Uhr

    Die paar hundert Millionen Kreuzzugs-Toten

    ?
    ?
    ?
    ?

  48. 48 bigmouth 11. Dezember 2009 um 13:28 Uhr
  49. 49 lyzis welt 19. Dezember 2009 um 17:46 Uhr

    LOL, ohrendepp und großmaul, die beiden Verteidiger von kirchlicher Mordbrenner- und Brandschatzerei sowie allgemeinem jahrhundertelangem christlichem Massenmord und Volksverblödung, kontern bestechend: „Hunderte Millionen? Es waren doch nur 99 Mio!“

    Aber Hauptsache, die paar hundert bescheuerten Selbstmörder, die sich vor die DDR-Selbstschussanlangen geworfen haben weiterhin als „unschuldige Opfer des SED-Mauermörder-Regimes“ (NPD) bezeichnen.

    Knaller!

  50. 50 crull 03. Januar 2010 um 8:37 Uhr

    @ lyziswelt:

    Blamabel ist hier so einiges, das ist richtig. Verantwortlich für all den von der gleichgültigen Meinungsfreiheit geschützten, hier oder sonstwo ausgestoßenen Abfall bin ich nicht (es sei denn, ich schreibe ihn eigenhändig hin). Wenn ab und zu, in homöopathischen Dosen mal ein „Argument“, oder sagen wir: was Richtiges, was Wahres, am Ende glatt noch was Schönes gesagt wird, ist das der Meinungsfreiheit natürlich auch egal. Ja und jetzt? Schimpfen, Beleidigen und aus? Das mag seine Reize haben, das sehe ich schon ein. Es dient oder schadet der Sache auch ziemlich genauso sehr oder wenig wie das dir so verleidete Argumentdahersagen. Erstmal jedenfalls. Damit jemand eine Revolution machen will, braucht er aber doch leider ihm einleuchtende Gründe, sonst lässt er’s oder schießt auf Kommunisten. Man kann den Sozialismus eben nicht herbeiwüten.

    Finde den Fehler: „Keine Sorge, der ist zwar Kommunist, will aber nur diskutieren.“

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