Archiv für November 2009

Zum Bildungsstreit

STUDENTENSTREICHE

Maos Studentenstreiche sind noch niemals aufgezeichnet worden; wenn man aber seine Wanderung um den See Tung Ting-hu wieder aufnähme, so könnte man viel Interessantes von alten Leuten erfahren.
Es heißt, daß der junge Mao und sein Freund Siao Yu während ihrer Wanderung so manchen Schabernack getrieben hätten, wie es sich für echte Studenten schließlich gehört.
So brachtem sie einem aufgeblasenen, ungebildeten Großbauern auf seine inständige Bitte folgende Verse über der Tür an:

„Es staunt das Volk: Seht den Kulaken,
Die Spinne, stolz bläht er die Backen!“

Einem vom Fett gedunsenen Gutsbesitzer, der eine ungewöhnlich hohe Meinung von sich hatte, schrieben sie mit den elegantesten, schwer zu entziffernden Schriftzeichen folgende Verse:

„Der dicke Bauch ist mir gegeben,
damit sich jeder sagt im stillen:
Viel leichter ist er zu durchbohren
als zu füllen!“

Was sich dann im Hause des Gutsbesitzers zutrug, als sein studierter Sohn aus fremden Ländern heimkehrte und den Spruch las? Die Inschrift wurde abgewaschen, abgerissen, aufgeweicht, heruntergeschabt. Die Ehefrau schlug den unglückseligen Dickwanst mit den Pantoffeln auf den Kopf. Die Kinder weinten. Die Diener heulten.
Die umwohnenden Armen lachten nur in sich hinein.
Übrigens, vielleicht hat das gar nicht Mao selbst geschrieben, sondern andere Studenten, die auf seinen Spuren wandelten.

aus:
Nikolai Bogdanow: Erzählungen für Kinder über Mao Tse-Tung. Melzer Verlag. Darmstadt. 1972.

Brecht und Hacks und Hegel und wieder Hacks

Wie Wissen wird. Der entkettete Knecht. Philosophische Perspektiven auf Brecht und Hacks und Hegel (Teil 1)“ von Dieter Kraft.

Dialektik mit doppeltem Boden. Der entkettete Knecht. Philosophische Perspektiven auf Brecht und Hacks und Hegel (Teil 2 und Schluß)“ von Dieter Kraft.

Peter Hacks über „Das politische Manifest der deutschen Klassik“

proletarian dictatorship

Ofenschlot weist nach, warum Feliks Crull kein „junger Linksradikaler“ ist:

Man muss das Kind schon beim Namen nennen: Diktatur des Proletariats.

Zum 9. November ’09

Da steht also diese Kanzlerin und erzählt vom „dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte“, dazu von der „wahrhaft glücklichen Stunde der Deutschen“ und möchte gerne „auch die Grenzen unserer Zeit“ am allerliebsten „überwinden“, denn klar ist: „Freiheit muss erkämpft werden“.

R wie Reisefreiheit

Grad mit halbem Ohr die Merkel im Radio sich freuen gehört, daß sie in die USA reisen kann, obwohl die für sie ja bis 1989 „schier unerreichbar“ gewesen sind. Tja, ihr ostdeutschen Arbeitslosen, wärt ihr halt auch Kanzler oder wenigstens Minister geworden, dann könntet auch ihr jetzt mal auf Besuch nach Washington D.C. fliegen. Aber leider ist das für euch ja weiterhin nicht erreichbar, weil ihr die Flugtickets nicht bezahlen könnt. Dafür jubelt die Kanzlerin stellvertretend für euch über die voll tolle Freiheit, die ihr jetzt genießt.

Nachtrag: Merkel spricht sogar vom „großartigen Geschenk der Freiheit“. Da sollten sich die vom Sozialismus Befreiten aber wirklich mal recht artig bedanken!