Archiv für Juni 2009

Raul Zelik – Die kolumbianischen Paramilitärs

Raul Zelik – Die kolumbianischen Paramilitärs – ‚Regieren ohne Staat‘ oder terroristische Formen der Inneren Sicherheit

Kolumbien wird häufig als „Laboratorium des Krieges“ bezeichnet – und tatsächlich: Der brutal ausgetragene Bürgerkrieg gilt zwar als südamerikanische Tragödie, bedingte aber gleichzeitig radikale Transformationen von Staat, Ökonomie und Gesellschaft.

V.a. in der archaisch anmutenden Gewalt der Paramilitärs zeigen sich moderne ökonomische und politische Kalküle, die zur Überwindung der staatlichen Legitimationskrise beigetragen, die weltmarktorientierte Erschließung ländlicher Regionen ermöglicht und die soziale Kontrolle der Bevölkerung intensiviert haben.

Bereits seit drei Jahrzehnten bestimmen Paramilitärs nachhaltig das Leben der Unterschichten – und statuieren ein aussagekräftiges Exempel für die Irregularisierung von Staatsmacht und Krieg: Bezeichnen lässt sich dies als einen informellen Ausnahmezustand mit der Tendenz zum Outsourcing staatlicher Gewalt – interessante Paralleln zu jenen Sicherheitsvorstellungen, die im „War on Terror“ propagiert werden.

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Unbedingt lesenswertes Buch, auch wenn ich die Einordnung paramilitärischer Gewalt als archaisch, vormodern keineswegs teile