Raul Zelik – Die kolumbianischen Paramilitärs

Raul Zelik – Die kolumbianischen Paramilitärs – ‚Regieren ohne Staat‘ oder terroristische Formen der Inneren Sicherheit

Kolumbien wird häufig als „Laboratorium des Krieges“ bezeichnet – und tatsächlich: Der brutal ausgetragene Bürgerkrieg gilt zwar als südamerikanische Tragödie, bedingte aber gleichzeitig radikale Transformationen von Staat, Ökonomie und Gesellschaft.

V.a. in der archaisch anmutenden Gewalt der Paramilitärs zeigen sich moderne ökonomische und politische Kalküle, die zur Überwindung der staatlichen Legitimationskrise beigetragen, die weltmarktorientierte Erschließung ländlicher Regionen ermöglicht und die soziale Kontrolle der Bevölkerung intensiviert haben.

Bereits seit drei Jahrzehnten bestimmen Paramilitärs nachhaltig das Leben der Unterschichten – und statuieren ein aussagekräftiges Exempel für die Irregularisierung von Staatsmacht und Krieg: Bezeichnen lässt sich dies als einen informellen Ausnahmezustand mit der Tendenz zum Outsourcing staatlicher Gewalt – interessante Paralleln zu jenen Sicherheitsvorstellungen, die im „War on Terror“ propagiert werden.

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Unbedingt lesenswertes Buch, auch wenn ich die Einordnung paramilitärischer Gewalt als archaisch, vormodern keineswegs teile


4 Antworten auf “Raul Zelik – Die kolumbianischen Paramilitärs”


  1. 1 crull 04. Juli 2009 um 19:33 Uhr

    „Entregelung mit Kalkül
    Allianzen mit Verbrechern gehören zur westlichen Kriegsführung. Raul Zelik stellt in der jW-Ladengalerie sein Buch über Paramilitärs vor
    Von Thomas Wagner“
    http://www.jungewelt.de/2009/07-04/057.php

  2. 2 crull 22. Juli 2009 um 19:06 Uhr

    Chávez vs. Imperialismus:

    „Die Pläne zur Einrichtung von US-Militärstützpunkten in Kolumbien belasten die Beziehungen des südamerikanischen Landes mit seinem Nachbarn Venezuela.“

    http://www.jungewelt.de/2009/07-22/021.php

  3. 3 crull 23. Juli 2009 um 20:42 Uhr

    „Inmitten der seit dem Staatsstreich ununterbrochen anhaltenden Proteste, die zunehmend auch die Wirtschaft des Landes in Mitleidenschaft ziehen, bemühte sich das Regime in Tegucigalpa verzweifelt, die internationale Isolation zu durchbrechen. Schützenhilfe erhielt es dabei von Kolumbien. Am Mittwoch bestätigte die Regierung in Bogotá, daß sie eine Delegation unter Leitung des von den Putschisten eingesetzten »Außenministers« Carlos López zu einem »informellen Gespräch« empfangen habe.

    Dabei habe Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe seine »Sympathie« für das Regime des Putschpräsidenten Roberto Micheletti geäußert, sagte López in einem Interview mit dem kolumbianischen Rundfunksender »La FM«. Ohne diese Behauptung zu dementieren, wollte das Außenministerium in Bogotá die »persönlichen Kommentare von Mitgliedern der honduranischen Kommission« nicht bewerten.“
    http://www.jungewelt.de/2009/07-24/047.php

  4. 4 crull 23. Juli 2009 um 20:49 Uhr

    „Israels Außenminister Avigdor Lieberman von der rechtsextremen Partei »Jisrael Beitenu« ist dieser Tage in Lateinamerika unterwegs, um dem »iranischen Einfluß« in der Region entgegenzutreten. Zum Reiseauftakt polterte die für Zentralamerika und die Karibik zuständige Direktorin im israelischen Außenamt, Dora Shavit, gegen Venezuelas linken Präsidenten Hugo Chávez, der freundschaftliche Beziehungen zu Teheran unterhält. In der kolumbianischen Zeitung El Tiempo behauptete Liebermans Regionalbeauftragte, Venezuela lasse auf seinem Territorium »Zellen« der libanesischen Organisation Hisbollah operieren, die wiederum in iranischen Diensten stünden. Was die dort machen sollen, verriet sie nicht. Die Antwort kam prompt und war von erfreulicher Klarheit: »Nur ein Regime wie das Tel Aviver, dessen ganze Geschichte mit dem Blut Unschuldiger geschrieben ist, kann die Frechheit besitzen, einer friedliebenden Regierung wie der venezolanischen Abscheulichkeiten vorwerfen, die es selbst Tag für Tag anrichtet«, hieß es in einem Kommuniqué des Außenministeriums in Caracas.

    Politisch korrekte Botschaften auch in Brasilien, wo Lieberman seine zehntägige Werbetour für ein härteres Vorgehen gegen Iran am Dienstag begonnen hatte. »Lieberman ist ein Faschist und ein Rassist«, erklärte der Außenpolitiker der regierenden Arbeiterpartei (PT), Valter Pomar, in der israelischen Zeitung Haaretz, in der selbiges auch schon Israelis bekundet hatten. Ein Sprecher des Außenministeriums in Brasilia sagte der Zeitung diplomatisch pflichtschuldigst, Pomar vertrete nicht die Position der brasilianischen Regierung. Weitere Stationen Liebermans sind Argentinien, Peru und Kolumbien, dessen Streitkräfte von Israelis in der Aufstandsbekämpfung trainiert werden. Dort dürfte Tel Avivs Spitzendiplomat dann herzlicher empfangen werden.“

    http://www.jungewelt.de/2009/07-24/056.php

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