Archiv für Mai 2008

Warum die UdSSR nicht an der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 teilnehmen durfte

Am 26.09.1973 fand in Moskau das interkontinentale Play-Off-Spiel zwischen der Mannschaft der UdSSR und der von Chile statt. Die Fußballwelt war ob des torlosen Unentschiedens überrascht, man hatte mit einem sowjetischen Sieg gerechnet. Das entscheidende Rückspiel sollte am 21.11.1973 in Santiago de Chile ausgetragen werden. Die Sowjetunion weigert sich jedoch, zum Rückspiel anzutreten. In Chile hatte nämlich das faschistische Militär geputscht und aus dem Estadio Nacional ein Konzentrationslager gemacht, in dem bis zum November ’73 mehr als 40.000 Menschen gefangen gehalten, verhört und gefoltert wurden. Pünktlich zum Spiel war das Stadion wieder zurecht gemacht worden für fußballerische Zwecke. So kam es, daß das chilenische Team alleine auf den Platz kam und einen Treffer schoß. Da kein Sowjetkicker anwesend war, um den Anstoß auszuführen, wertete die FIFA das „Spiel“ mit 2:0 für Chile. Die Proteste der SU brachten nichts, die entscheidenden Gremien der FIFA blieben nach diversen Abstimmungen dabei: Die UdSSR ist disqualifiziert.

Good bye, Kaiser Kahn!

kaiser kahn
Bildquelle

Zum Abschluß der Asientour des FCB fand heute in Kalkutta ein Spiel gegen Mohun Bagan AC statt. Die Profikarriere des Titans endete mit der Auswechslung Kahns, der ohne Gegentor nach 2 Treffern von Jan Schlaudraff und einem Freistoßtor von Ze Roberto den Platz zwischen den Pfosten frei machte für Michael Rensing, der, hoffentlich für lange Zeit, seine Nachfolge antrat. Bemerkenswert war Brenos Prügeleinlage nach einer klassischen Beinschere von hinten durch Cardoso. Nicht vergessen werden darf die Tatsache, dass es sich bei dem Spiel um das letzte mit Ottmar Hitzfeld auf der Trainerbank handelte, der demnächst die Schweizer Nationalauswahl coachen wird. Also auch ein wehmütiges good bye an den besten Trainer, den man sich vorstellen kann: Mach’s gut, Ottmar Hitzfeld!

Jung, aktiv, scheiße

Aus einem Werbeflyer der JU:

Liebe/r xxx,
Schläfst du noch, oder wählst du schon?

wir wollen dich nicht langweiligen und mit politischen Ideen überhäufen, denn das machen die anderen schon – unser Hauptaugenmerk liegt darin, Dich zu ermutigen und zu motivieren zur Wahl zu gehen.

Wer sich ausklinkt darf später nicht jammern und gejammert wird in der Bundesrepublik schon genug. Sei anders – misch dich ein und geh am Sonntag, den xx.xx.2008 zur Kommunalwahl. Politik vor Ort ist nicht langweilig. Wir haben das Glück in einer Demokratie zu leben und das heißt für Dich – Geh zur Wahl und leiste mit deiner Stimme einen aktiven Beitrag.

[…]

Wir Kandidaten von der Jungen Union […] sind jung dynamisch und unkonventionell und hoffen natürlich auf Deine Stimmen. Ob Politik langweilig ist oder nicht, hängt immer von den Personen ab, die Politik vor Ort machen…. und wir JU‘ler sind nicht langweilig. Bei uns findest Du junge, aktive Jugendliche, die keine „Ja“-Sager sind sondern seit über 35 Jahren aktiv […]Politik[…] mit gestalten.

Die jungen Jugendlichen, die seit 35 Jahren noch jedesmal „In Ordnung“, „Geht klar“ und „Mit Vergnügen“ gesagt haben, möchte wohl „jeder“ kennenlernen.

Was aber paßt wie die Faust aufs jungkonservative Auge:

Das [Wählen] geht, wie gesagt, einerseits ganz leicht; Wahlzettel markieren ist nicht schwierig. Andererseits muss ein Mensch sich auch dazu erst einmal entschließen; er muss vom Wählen etwas halten und darf sich nicht z.B. totlachen oder schwarz ärgern über ein Freiheitsrecht, das nur dazu da ist, die staatliche Herrschaft samt Inhabern bedingungslos ins Recht zu setzen, oder auch nur einfach so zu Hause bleiben, wenn Wahltag ist. Also wird ihm die Sache erklärt. Und zwar gleich in der denkbar sachgerechtesten Weise: Die Bewerber um die zu vergebenden Posten im staatlichen Gewaltapparat liefern den wahlberechtigten Massen in ihren Wahlkämpfen mit der eigenen Werbebotschaft auch gleich das nötige Rüstzeug, nämlich die Gesichtspunkte dafür, überhaupt, und die Kriterien dafür, richtig zu wählen. […] Die für die gewünschte Einschätzung nötigen und passenden Maßstäbe bringen die demokratischen Parteien ihren wahlberechtigten Bürgern bei, indem sie in ihrer Wahlwerbung ihre Protagonisten als Energiebündel vorführen, die alle Drangsale des Gemeinwesens kompetent auf den Punkt bringen, tatkräftig anpacken, dabei – die das Allerwichtigste – „Führungskraft“ beweisen und überhaupt leibhaftig garantieren, dass die Nation [das Bundesland, die Kommune] unter ihrer Regentschaft unweigerlich „zukunftsfähig“ wird. […] Welche er in dieser Hinsicht für die glaubwürdigste [Partei] ansehen will: Das ist die Entscheidungsfrage, die ein Mensch sich stellen muss, um sich für die demokratische Freiheit des Wählens zu qualifizieren.

[aus: Das Proletariat; Peter Decker/Konrad Hecker; GegenStandpunkt Verlag 2002]

Sicher nicht letzte Worte zum Antideutschtum

1. Was für Antifaschismen gibt es?

Es gehört zum guten Ton, den Faschismus abzulehnen. Individuelle Gründe dafür gibt es so viele, wie ein Tausendfüßler Schuhe bräuchte, wollte er zivilisatorischen Mindeststandards genügen. Bei genauer Betrachtung lassen sich allerdings zwei Hauptgruppen derer unterscheiden, die den Faschismus ablehnen.
Kommunisten haben aus ihrer Staatskritik die Einsicht gewonnen, worum es sich beim Faschismus handelt: Um eine bürgerliche Herrschaftsform, die eine verkehrte Alternative zur verkehrten Demokratie ist, mit der sie sich allerdings viele Gemeinsamkeiten teilt, ohne mit ihr in allem identisch zu sein. Die Kommunisten also verteidigen die Demokratie folgerichtig nicht gegen die Freunde eines faschistischen Staatsprogramms, sondern unterziehen beides einer Kritik in der Absicht, eine staaten- und klassenlose Gesellschaft – den Kommunismus – zu erreichen.
Den deutlich größten Teil der Faschismusgegner machen allerdings die Liebhaber demokratischer Gewalt aus, allein deswegen, weil der Faschismus eine konkurrierende Staatsform ist; aus dem gleichen Grund positionieren sie sich ebenso gegen Realsozialismus, islamistische Diktatur, etc, und begreifen sich als antitotalitär und freiheitlich.
In ihrer radikalisierten Form werden sie zu linken, linksradikalen und sogar „revolutionären“ Antifaschisten. Aus der banalen Erkenntnis der Unterschiede zwischen Faschismus und Demokratie werden sie zu Parteigängern des demokratischen Staatswesens, welches unter allen Umständen vor seinem bösen faschistischen Bruder geschützt werden muß. Sie wählen also das „kleinere Übel“, statt dem ganzen Elend ein Ende zu setzen. Als „revolutionäre“ Antifaschisten wollen sie das allerdings doch irgendwie, da ihnen bekannt ist, wie schnell der Übergang von Demokratie zu Faschismus gehen kann. So bleibt die Demokratie zwar weiterhin das gar nicht so schlechte „kleinere Übel“, der Kommunismus als Option für die Zukunft kommt jedoch dazu. Leider ist ihre Kritik an der staatlich organisierten „Herrschaft des Volkes“ eine ziemlich blöde: Sie werfen ihr allen Ernstes vor, nicht genug gegen die Faschisten zu tun und den Übergang zum Faschismus also weder für alle Zeit ausschließen zu wollen noch zu können. Mehr haben sie im Grunde nicht auszusetzen an der „besten aller existierenden Gesellschaftsformen“.

2. Das Antideutschtum – Die neueste Form des „revolutionären“ Antifaschismus

a) Worum es auch gehen mag, es geht um Auschwitz

Die Antideutschen1 haben sich einen besonderen Dreh- und Angelpunkt ausgesucht, von dem aus sie absolut alles betrachten und einordnen: Die von den deutschen Faschisten und ihren Helfer vollzogene industrielle Vernichtung derer, die mittels der Nürnberger Rassengesetze als Juden identifiziert wurden. So lehnen sie die BRD ab, weil sie der Nachfolgestaat des Dritten Reiches ist, und entdecken dann auch überraschenderweise einige Gemeinsamkeiten. Daraus schließen sie jedoch nicht auf eine grundsätzliche Eigenschaft bürgerlicher Staaten, den ihnen Unterworfenen schädlich zu sein, sondern halten das demokratische Deutschland für noch lange nicht demokratisch genug, sondern „postfaschistisch“. Die Gewerkschaften kommen ihnen nazistisch vor, weil die Sozialpartnerschaft den Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit scheinbar verschwinden läßt, also eine „Volksgemeinschaft“ entsteht, was ja eben alleiniges Kennzeichen des Nationalsozialismus sein soll. Passiert ähnliches in anderen Ländern, ist entweder der exportierte Deutschgeist am Werke oder es handelt sich um etwas ganz anderes. Das ist dann auch eines der Merkmale der antideutschen Ideologie: Man bewertet dasselbe unterschiedlich und Unterschiedliches gleich. Jedenfalls tut man alles dafür, um seinen interessierten Standpunkt nicht beiseite lassen und gescheit analysieren zu müssen.

b) Antideutsche Geschichtsschreibung

Wie gesagt, es geht immer um Auschwitz. Zu den antideutschen Basics gehört, von der Singularität der deutschen Judenvernichtung zu wissen. Somit verbietet sich ganz grundsätzlich jeder Vergleich, der, falls doch angestellt, automatisch als Relativierung deutscher Schuld gewertet wird. Größte Angst der Antideutschen ist dann auch die Ziehung eines Schlußstriches unter die deutsche Geschichte. Damit das bloß nicht geschieht, und weil Auschwitz halt doch vergangen ist, und obwohl Auschwitz ja singulär sein soll, muß es doch irgendwie wiederentdeckt werden, (fast) ganz egal wo. In Deutschland entdeckt man Auschwitz bzw. seine Bedingungen bevorzugt bei „Linksdeutschen“, im Rest der Welt hat man sich als Nachfolger deutscher Ottonormalvergaser die Moslems ausgesucht2. Damit denen diese Rolle halbwegs überzeugend zugeschrieben werden kann, durchwühlt man interessiert die Geschichtsbücher und entdeckt dann freudig den Mufti von Jerusalem, der nun mit einigen anderen nützlichen Antisemiten islamischen Glaubens als Beweis dienen darf, wie schlimm es um die islamische Welt bestellt ist, die mittlerweile sogar Neukölln einschließt.

c) Es geht um Auschwitz, also um Israel

Die antideutsche Weltanschauung wäre nicht komplett ohne ihre Lieblingsstaaten3. Dazu gehören natürlich die vier Alliierten, besonders die USA, die sich mit ihren Angriffskriegen auf Länder mit islamischer Bevölkerung höchst verdient gemacht hat. Bei der Sowjetunion ist man geteilter Meinung, mal überwiegt die Freude über den Einsatz im 2. Weltkrieg, mal die Empörung über Stalins Antisemitismus sowie seine „verkürzte Kapitalismuskritik“ und ähnliches. Zusätzlich schätzt man weitere Staaten, die von den Deutschen mit Krieg überzogen wurden, am meisten natürlich dann, wenn sie mittels Partisanen am Krieg teilnahmen (Jugoslawien z.B., weil die Region im 20. Jh. dreimal das Pech hatte, von deutschen Truppen angegriffen zu werden, und weil Titos Partisanen die Wehrmacht ohne fremde Hilfe rausgehauen haben). Der antideutsche Superstaat ist jedoch einer, der erst nach Ende der nationalsozialistischen Herrschaft gegründet wurde, nämlich Israel. Diesem Staat, begriffen als jüdische Emanzipation, schwört man bedingungslose Solidarität4, was auch immer geschehen mag. Begründet wird das durch seine angenommene Eigenschaft als einzige Instanz, die stets gewillt sein wird, eine Wiederholung des singulären Auschwitz zu verhindern, als „Schutzraum aller vom Antisemitismus Verfolgten“; die Kenntnis von Selbstmordattentaten in israelischen Diskotheken verwirrt da nicht weiter. Die übrige Staatenwelt wird dann danach sortiert, wie sie sich zu Israel stellt und einzig und allein nach diesem Kriterium beurteilt, gelobt oder angefeindet. Da Teile des Antideutschtums ein antiquiertes Mißtrauen gegenüber der deutschen Nation pflegen, ist man sich bei deren Beurteilung noch nicht völlig einig, im Zweifelsfall überwiegt (noch) die Verantwortlichkeit für den Holocaust. Liberale Abspaltungen gab es allerdings auch schon.

d) Vom antideutschen „revolutionären“ Antifaschismus zurück zur demokratischen Normalform

Die ganzen Widersprüche, in die sich die Antideutschen über die Jahre verwickelt hatten, (v)erklärten sie in typisch philosophischer Manier zur bewußten Methode: Alles ist dialektisch, also sein Gegenteil, und dessen Gegenteil erst recht, Parteinahme ist wichtig, nämlich gegen die links-rechts-antisemitisch-deutsch-islamische Weltverschwörung und für Israel. Warum? Wegen der Dialektik. Manchen wurde dieses ewige Hin und Her zwischen Liberalismus und Kommunismus, zwischen Solidarität zu imperialistischen Weltordnungskriegen und Staatskritik, zwischen Markenklamotten feiern und Kapitalismus blöd finden, zu dumm und sie wurden ganz einfach wieder normale Demokraten. Andere machten aus dem Antideutschtum eine weitgehend entpolitisierte, hedonistische Partyszene mit besonderem Merchandise. Der Rest schreibt Zeitungen voll, die keiner liest und hört Schönberg.

e) Wenn schon Fehler machen, dann richtig: Die Antideutschen und die Psychoanalyse

Als wenn das alles nicht schon mehr als genug wäre, um das Antideutschtum links liegen zu lassen und sich marxistischer Kritik der politischen Ökonomie zu widmen, kommt noch die antideutsche Liebe zur Psychoanalyse hinzu. Man hält es nicht für möglich, dass Menschen Fehler machen und durch verkehrte Schlüsse zu verkehrten Standpunkten kommen. Immer soll mindestens eine psychische Instanz beteiligt gewesen sein, wenn einer den Juden die Schuld am mangelnden Erfolg „seiner“ Nation gibt, Dunkelhäutige erschlägt oder suicide bomber wird. Natürlich war schon die Freudsche PA ein Haufen blöder Irrtümer5. Das stört die Antideutschen selbstredend genauso wenig wie es ihnen auffällt, wie sie durch ihre penetrante Leugnung von Wille und Bewußtsein all die bösen, bösen Menschen von jeder Verantwortung für ihre Gedanken und Taten freisprechen. Würden sie wenigstens einmal den selbsterzeugten Widerspruch nicht dialektisch „aushalten“ wollen, sondern auflösen, müssten sie konsequenterweise die Pharmaindustrie zur Entwicklung von Anti-Antisemitismus-Pillen auffordern.

  1. Antideutsch kann in diesem Text gerne ersetzt werden durch post-, pseudo- und möchtegernantideutsch. Wer gemeint ist, dürfte jedem klar sein. [zurück]
  2. Die Moslems und ihre „willigen Helfer“ entdeckt man natürlich auch in Deutschland, so wie man „linksdeutsche Umtriebe“ weltweit entdeckt, wo es sich um stinknormale Linke handelt. Man spricht zur Verdeckung dieses Widerspruchs gerne von der „deutschen Ideologie“, die jeden, sogar Juden, befallen kann. [zurück]
  3. Zumindest zeitweilig solidarisierte man sich mit Dänemark, das einige antimuslimische Karikaturisten aufzuweisen hatte. [zurück]
  4. Mit einer richtigen Kritik an antisemitischer Hetze gegen Israel können sich Antideutsche schließlich nicht begnügen. Das wäre für sie eine inkonsequente Parteinahme, die selbst schon wieder schnell umschlagen könnte in Vernichtungsphantasien… [zurück]
  5. Etwas mehr dazu hier und hier. [zurück]

tt34 & ZdE pro BRD vs. Islam

Immer deutlicher zeichnet sich ab, dass muslimische Organisationen wie der „Islamrat“ oder der „Zentralrat der Muslime“ den Anspruch erheben, die Interessen von allen Menschen mit migrantischem Hintergrund aus sog. „islamischen“ Ländern zu vertreten. Auch die Bundesregierung scheint endlich einen passenden Ansprechpartner gefunden zu haben.

Als wäre es eine spezifisch muslimische Frechheit, wenn der Staat Vertretungen von Religionsgruppen sucht und bestimmt. Hat schon mal jemand etwas von den beiden großen christlichen Kirchen, den Zeugen Jehovas oder, aufgemerkt, dem Zentralrat der Juden gehört? Der Zentralrat der Ex-Muslime, der ganz dreist sich zum Sprachrohr der Ex-Muslime gemacht hat, höhö, sieht darin jedenfalls eine konsequente Missachtung und Verletzung der „individuellen Rechte der einzelnen MitbürgerInnen“. Und weil das so ist und der ZdE seine Ziele vom Staat verfolgt sehen will, fordert er z.B. „die Durchsetzung der allgemeinen Menschenrechte als unveräußerliche individuelle Rechte des einzelnen Menschen“. Man möchte einwenden, daß diese Sachen ziemlich genau so wie gefordert schon lange im Grundgesetz stehen. Lieber noch möchte man aber anmerken, um was für eine blöde Sache es sich handelt, Menschenrechte einzufordern, wo die doch nie auf naturhafte Weise „unveräußerlich“ sein können, sondern immer bloß vom staatlichen Gewaltapparat durchgesetzt, wo es ihm paßt oder eben auch nicht; ganz zu schweigen von der gewaltsamen Verpflichtung, gemäß den gewährten Rechten sein Leben zu führen – und kein bißchen anders! Nun, der ZdE hat noch einige andere dementsprechende Ziele, die alle darauf abzielen, als Atheist vom Staat gefälligst mindestens so gut behandelt zu werden wie ein Gottgläubiger. Da ist also mal wieder ein ziemlich blöder Staatsidealismus am Werk, der den Staat als etwas im Grunde Vernünftiges begreift, das nur mal konsequent sich trennen soll von „Kirche/Religion/Weltanschauung“ und den Atheismus respektieren soll. So erscheint dem ZdE der Staat dann als neutral über der Gesellschaft stehend und wird dazu aufgerufen, gerecht und ordnend einzugreifen, weil die Bürgergruppe der Religiösen (bzw. religiösen Muslime) zu einflußreich sei. Pseudoantideutsche Islamfeinde wie der ThinkTank34 freuen sich über so viel Moslemschelte, besonders wenn die von staatstreuen Ex-Muslimen kommt, die als des kulturalistischen Rassismus unverdächtig gesehen werden, und machen folgerichtig eine „Veranstaltung mit dem Zentralrat der Ex-Muslime“. Da wird dann Mina Ahadi dem deutschen Publikum erklären, wieso es vom Islamismus höchst gefährdet ist und dem Staat wird sie raten, in seinem Hoheitsgebiet keine fremden Gesetze gelten zu lassen, so als wüsste er das nicht selber gut genug.