Zuckermanns Argument geprüft

narodnik verlinkt ein Interview mit Moshe Zuckermann, dem folgendes Zitat entnommen ist:

Die USA agieren unter dem vorgegebenen Zeichen von „Menschenrechten“ oder dem „Krieg gegen den Terror“ oder im Hinblick auf die Frage der Nuklearbewaffnung des Iran, doch weder der Krieg gegen den Irak noch gegen Afghanistan hatte etwas mit Menschenrechten oder gar mit Demokratisierung zu tun, sondern es geht um knallharte Hegemonialinteressen

Tatsächlich haben die USA weder den Terror besiegt noch in den bekriegten Ländern Staaten eingerichtet, die über ein zuverlässiges Gewaltmonopol verfügen, welches Menschenrechte garantieren könnte. Auch erfüllen der irakische und der afghanische Staat das westliche Ideal einer Demokratie (noch) nicht. Wäre das alles anders, hätten die beiden Kriege trotzdem nicht weniger und nicht mehr mit „knallharten Hegemonialinteressen“ zu tun als jetzt. Denn den Widerspruch, den Zuckermann entdeckt haben will, gibt es einfach nicht. Eher noch wirft er den USA indirekt vor, gerade nicht der absolute Hegemon zu sein, der nicht bloß militärisch und wirtschaftlich sagt, wo’s langgeht, sondern seine Macht zusätzlich dazu nutzt, um ein bestimmtes Herrschaftssystem (Demokratie) mit bestimmten (Menschen-)Rechten einzuführen. Ergo herrschen für ihn die USA nicht konsequent genug. Man sieht, da ist ein Idealismus am Werke, der an der Realität blamiert wird. Auch demokratische Staaten haben nicht unbedingt als (zeitlich) erstes Ziel die Durchsetzung ihrer eigenen Herrschaftsvorstellung. Menschenrechte und Demokratie können kommen, wenn alles andere geregelt ist, nur ist das dann nichts dem US-Interesse Entgegengesetztes, sondern die Vollendung des Projektes, welches die USA mit diesen beiden Kriegen startete.