telling no shit

Anläßlich des an mich gerichteten Vorwurfes, meine „Väkalsprache“ verhindere die Zurkenntnisnahme meiner Argumente, die deswegen sogar verkehrt seien, sei hier mal thesenhaft ein wenig was zum Verhältnis von Inhalt, Form und Macht gesagt:
- ob Richtiges gesagt wird, entscheidet sich nicht an der Art des Vortrags, sondern am Inhalt des Gesagten
- Sprachkritik kann nur zeigen, daß die verwendete Sprache nicht geeignet ist, verständlich das Auszudrückende zu formulieren
- Sprachkritik kann also nicht zeigen, daß das Gesagte verkehrt ist, weil Form ungleich Inhalt
- insofern taugt Sprachkritik nur dazu, das Mittel Sprache auf die Tauglichkeit für seinen Zweck (Vermittlung von Inhalten) hin zu überprüfen; wird etwas unverständlich ausgedrückt, ist es eben unverständlich, nicht verkehrt
- Sprachschützer haben jedoch ein anderes Verständnis von Sprache: sie betrachten sie als schützenswertes Kulturgut, das vor „bösen“ Worten und fremdartigen Ausdrücken gereinigt werden muß
- Sprache, begriffen als Kulturgut, ist also ein weiteres Kampffeld, auf dem sich Moralisten jeder Art (meistens jedoch die der Herrschenden, die sich als bedroht empfinden) austoben
-> dieser Art von Sprachkritik gehört also eine klare Absage erteilt, denn nicht (bildungs)bürgerliche Maßstäbe sollen an Sprache angelegt werden, sondern der Inhalt ist das, was zählt!