Archiv für März 2008

Hacks, Peter

Damit bloß nicht in den Weiten des Internet verloren geht, was die junge Welt heute Hacks zu Ehren veröffentlicht hat, erlaube ich mir, dies hier zu kommentieren. Viel Vergnügen, werte Genossen!

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Rufmord

Rosa Luxemburg (1871-1919) – Philosophin, Nationalökonomin, Politikerin, “politische Dichterin” (wie Else Lasker-Schüler sie bezeichnete) – hatte Weitblick und Respekt vor Andersdenkenden. Sie kämpfte gegen den Krieg als einen Rückfall in die Barbarei, für freien Meinungsstreit und für Demokratie. Sie war eine der einflussreichsten und intelligentesten
Frauen des 20. Jahrhunderts; sie dachte radikal und trat für eine strikte Durchsetzung des Prinzips der Menschlichkeit ein.

Soll heißen: Rosa Luxemburg war keine Kommunistin, keine Revolutionärin, keiner der „einflussreichsten und intelligentesten“ Menschen, sondern nur „eine der einflussreichsten und intelligentesten
Frauen des 20. Jahrhunderts“ (war man davor eigentlich klüger und einflußreicher?). Stattdessen war sie genau das, was gute deutsche Demokraten sich als Vorbild zu nehmen haben.
Mit anderen Worten: Rosa-Luxemburg-Forum Fuck Off!

(Das Rosa-Luxemburg-Forum macht übrigens u.a. Veranstaltungen, in denen „Rassismus als Integrationshindernis“ enttarnt wird. Hui!)

Liebe strafen

Eigentlich wollte ich selber einen ausführlichen Artikel verfassen zu dem Gerichtsurteil, das Patrick S. ab dem 31. März für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis bringt. Sein Vergehen: „Geschwister-Inzest“. Allerdings hat Tatjana Hörnle in einem Interview das strafrechtlich Wesentliche bereits kritisiert (allerdings auch aus strafrechtlicher Sicht), so daß ich mich auf einige kurze Kommentare beschränke:

7 der 8 Verfassungsrichter halten die Bestrafung von Inzest für gerechtfertigt, denn es geht ihnen immerhin um Großartiges. „Schutz der Familie, Schutz der sexuellen Selbstbestimmung“ und „Schutz vor Erbkrankheiten“ stehen auf dem Programm. Wie man eine Familie schützt, indem man den Vater von der Mutter ihrer 4 Kinder und den Kindern selbst trennt, das weiß der Geier. Ebenso absurd ist es, sexuelle Selbstbestimmung erst dann (an)erkennen zu wollen, wenn die Staatsmacht sie gerade verhindert. Da hilft auch die Behauptung nichts, der sogenannte „schwächere Partner“, in diesem Fall die Frau, die als „geistig leicht behindert“ gilt, sei zu schützen – und zwar vor dem Mann, den sie liebt und mit dem sie zusammenleben will! Daß nun Erbkrankheiten bei Kindern von Geschwistern öfter auftreten als bei denen von nicht Verwandten mag durchaus sein. Allerdings ist dies noch lange kein Argument für das Verbot von Inzest inklusive Fortpflanzung, es sei denn, man hält von Geburt an Kranke ganz grundsätzlich für Menschen, die besser nicht lebendig sein sollten; bei Vertretern des Staates, die sich um ein möglichst leistungsfähiges und vernutzbares Menschenmaterial sorgen, liegt diese Vermutung leider nahe. Die Doppelmoral kommt dann noch erschwerend hinzu, denn die Verfassungsrichter haben (bislang jedenfalls) nicht verlauten lassen, nun auch Behinderten oder anderen mit erhöhtem Risiko der Weitergabe von Erbkrankheiten die Sexualität verbieten zu wollen. Aber wer weiß schon, was die Zukunft bringt…

It’s in the mix, again and again

~ Jürgen Roth schreibt in der jungen Welt über Charles Bukowskis einzigen Auftritt in Krautland ’78. „Man muß die ganze Poesie vergessen“, sagte Bukowski übrigens nach einem längeren Gespräch mit Karl Held in Hamburg.

~ Bei SPON findet sich ein Artikel über die Wählerschaft der einzigen deutschen sozialdemokratischen Partei. „Frustrierte, Studenten, Intellektuelle, Ostalgiker“ bilden diese Schaft. Rottweiler und Crull gehören selbstredend nicht zu dieser Bande, sind sie doch schon immer und ewig der natürliche Gegner der Sozialdemokratie, nämlich Freunde der gewaltsamen Revolution.

~ Ebenfalls bei SPON wird berichtet über einen der gar nicht so seltenen, jedoch strafrechtlich verfolgten Fälle von bewußtem Inzest. Dem Paar wünschen wir viel Glück und einen möglichst schnellen Freispruch, denn Gesellschaft & Staat haben in der willentlichen Sexualität ganz gleich welcher Art, ganz gleich welcher Menschen nichts, absolut nichts verloren. Im Artikel finden sich jedoch ganz andere Widerlichkeiten als die staatsbürgerliche Moral so meint: Die Beziehung zwischen Verwandten wird als „Folge problematischer Familienverhältnisse“ auf eine Ebene mit anderen „Ungeheuerlichkeiten“ wie Jugendgewalt oder Rechtsextremismus gestellt (was hier wie da wie dort der Wahrheit nicht nahekommt), der eine Partner wird als „geistig leicht zurückgeblieben“ beschrieben, was den anderen geradezu zum Täter macht, der eine Irre mißbraucht; die Pathologisierung an dieser Stelle ist natürlich genauso verkehrt wie woanders. Es gäbe noch mehr zu kritisieren, doch möchte ich es erstmal dabei belassen.

~ Zum Abschluß noch Fußballkritik: Jürgen Klinsmann als Nachfolger von Ottmar „bester Trainer aller Zeiten“ Hitzfeld zu bestimmen ist ein Schlag ins Gesicht aller am Erfolg des FC Bayern auch nur halbwegs Interessierten; da wäre sogar Matthäus vorzuziehen gewesen, dem Hoeneß einst sogar die Tätigkeit als Greenkeeper in der Allianz-Arena untersagt hätte. Jetzt haben wir den Salat, Lodda macht ein Praktikum bei Werder und der Laie Jürgen „Flipper“ Klinsmann ruiniert ab Jahresmitte die Roten. Mich würd’s nicht wundern, hätte er eine SPD-Mitgliedschaft.

Deutsche Zustände Nr. 2

Ein Mann bringt seine Ehefrau um, nach Jahren der Demütigungen wegen seiner Arbeitslosigkeit. „Es ging immer nur ums Geld. Ich konnte nicht mehr.“ Darauf stellt er sich der Polizei, um für seine Tat zu büßen.