Archiv für Oktober 2007

Kate Nash vs. Johnny Cash

knash

jcash

Hektor Rottweiler findet beide toll, hört jetzt aber viel lieber Kate Nashs Debut Made of Bricks und gibt sich ganz seinen anglophilen Träumereien hin.
Love, peace and always rule the waves!

Musil/Adorno&Horkheimer

“Ungemein viele Menschen fühlen sich heute in bedauerlichem Gegensatz stehen zu ungemein viel anderen Menschen. Es ist ein Grundzug der Kultur, daß der Mensch dem außerhalb seines eigenen Kreises lebenden Menschen aufs tiefste mißtraut, also daß nicht nur ein Germane einen Juden, sondern auch ein Fußballspieler einen Klavierspieler für ein unbegreifliches und minderwertiges Wesen hält. Schließlich besteht ja das Ding nur durch seine Grenzen und damit durch einen gewissermaßen feindseligen Akt gegen seine Umgebung; ohne den Papst hätte es keinen Luther gegeben und ohne die Heiden keinen Papst, darum ist es nicht von der Hand zu weisen, daß die tiefste Anlehnung des Menschen an seinen Mitmenschen in dessen Ablehnung besteht.” – Robert Musil – Der Mann ohne Eigenschaften 1

„Und wie die Opfer untereinander auswechselbar sind, je nach der Konstellation: Vagabunden, Juden, Protestanten, Katholiken, kann jedes von ihnen anstelle der Mörder treten, in derselben blinden Lust des Totschlags, sobald es als die Norm sich mächtig fühlt. Es gibt keinen genuinen Antisemitismus, gewiß keine geborenen Antisemiten. Die Erwachsenen, denen der Ruf nach Judenblut zur zweiten Natur geworden ist, wissen so wenig warum, wie die Jugend, die es vergießen soll.“ – Adorno, Horkheimer – Dialektik der Aufklärung

Günter Wallraff – Ganz unten

Ganz unten besteht aus der Schilderung Wallraffs ab 1983 gesammelten Erfahrungen als türkischer Arbeiter in verschiedenen Betrieben. Wie man sich denken kann, wurde er mit Rassismus der übelsten Sorte konfrontiert, man hielt ihn, da er angab, vor der türkischen Militärdiktatur geflohen zu sein, für einen Kommunisten, wollte seine Schwester für eine Ziege eintauschen, und so weiter, und sofort. Besonders auffällig sind jedoch all die Äußerungen, die man nicht anders als eliminatorisch rassistisch bezeichnen kann, so zum Beispiel Schmierereien in den Werkstoiletten, die „Tod allen Türken“ forderten und begeisterte Jubelarien für Hitler, Mengele und die Vernichtungslager. Wallraff/Ali wurde zwar weder ermordet noch tätlich angegriffen, doch läßt sich das begründen dadurch, daß seine „Kollegen“ um ihren Arbeitsplatz fürchten mussten und keine machtvolle Organisation hinter sich wussten, die ihnen erlaubt hätte, ihre Vernichtungswünsche in die Tat umzusetzen. Der Unterschied zwischen eliminatorischem Rassismus und dem Antisemitismus gleicher Sorte besteht also in der tatsächlich geschehenen Umsetzung des zweitem durch die Deutschen und ihre Helfer, nicht in einer grundsätzlich unterschiedlichen Gewaltbereitschaft, die Türken und andere Ausländer „bloß“ gewaltsam außer Landes schaffen will. Das muß sich klar machen, wer zu einer treffenden Kritik des Rassismus und des Antisemitismus gelangen will, anstatt die rassistische Ideologie zu verharmlosen.

ganz unten

Bahnstreik verboten!

spiegel.de berichtet über die neuesten Überraschungen im Arbeitskampf:

Eine Entscheidung, ob das neue Angebot der Deutschen Bahn vom Montag eine Grundlage für offizielle Verhandlungen sei, werde erst am Nachmittag feststehen, fügte die Sprecherin hinzu. In ersten Reaktionen hatte die Gewerkschaft das Angebot als unzureichend abgelehnt und mit neuen Streiks gedroht. Nach derzeitigem Stand sind der Bahn im Güter- und Fernverkehr Streiks verboten.

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Ehrenmord?

Wie ist das nun eigentlich aus mit dem 6fachen Mord, den der Hilfssheriff aus Wisconsin an seiner Ex-Freundin und 5 ihrer Gäste anscheinend aus Eifersucht begangen hat? Muß man denn wirklich muslimisch und ein wenig dunkelhäutig sein, um nicht mehr als Amokläufer, sondern als Ehrenmörder gehandelt zu werden?