Archiv für September 2007

Joseph Croitoru – Der Märtyrer als Waffe

Wer an Selbstmordangriffe denkt, denkt meist zugleich und ausschließlich an fanatische Moslems und von ihnen ausgeübte Terrorakte wie den 11.September. Die Wurzeln des Selbstmordangriffs interessieren wenig bis gar nicht, stattdessen basteln selbsternannte Experten verschiedener politischer Lager am Feindbild des todesgeilen Islam, nicht selten in Zusammenhang mit kruden und entmenschlichenden Pathologisierungen. Zwar weiß noch so mancher von den japanischen Kamikazeangriffen auf Pearl Harbour, doch bringt beide Phänomene nicht in Verbindung. Ganz anders Joseph Croitoru, der beginnend beim japanischen Kaiserreich detailliert die Geschichte des Selbstmordangriffs nachzeichnet. Der Leser erfährt vieles über den japanischen Shintoismus, der in Teilen später im Nahen Osten wieder auftauchte. Überrascht werden viele von der bisher kaum bekannten Existenz der Selbstmordfliegerstaffeln der Wehrmacht sein, genauso wie über die Tatsache, dass der erste Selbstmordangriff in Israel von der Japanischen Rote Armee Fraktion verübt wurde. Im Anschluß versuchten die verschieden Terrorgruppen aus Palästina, übrigens allesamt marxistisch und säkular, sich in der Brutalität und Medienwirksamkeit ihrer Anschläge zu übertrumpfen, bis die Praxis des Selbstmordattentats aus der Mode kam. Bekanntlich änderte sich das, doch später handelte es sich um islamistische Organisationen, die in krassem ideologischen Gegensatz zu ihren angeblich direkten Vorläufern standen.
Um nicht den Inhalt des Buches nachzuerzählen, folgen nun die zwei m.E. wichtigsten Schlüsse, die sich aus der Lektüre ziehen lassen:
Die Praxis des Selbstmordattentats wird ausschließlich von militärisch um Längen unterlegenen Staaten bzw. Gruppen genutzt, um die Unterlegenheit durch den erzeugten Schrecken zu kompensieren, und hat eine lange, fahrlässigerweise ignorierte Geschichte. Eine im Islam zu findende Ursache für den Selbstmordangriff existiert nicht, im Gegenteil brauchte es Jahre, bis diese Angriffe wenigstens halbwegs mit dem Islam in Einklang gebracht werden konnten.

Link zu einem Text von Croitoru zum Thema

Rainald Grebe und die Kapelle der Versöhnung – Tak und Kak

Wir sagen Tak
Wir sagen Kak
Wir sind in Polen
Man, sind die arm hier
Deutschland hat 9 Nachbarländer
Polen ist nur eins
Aber Island, das arme Island
hat keins

Solidarität vs. Wahrheit

Ein kleines Beispiel für (schlechte, dämliche) Propaganda findet sich auf dem Blog linke sticker.

pro paganda

Designed wurde der Aufkleber von einer Pankower Antifagruppe, die sicherlich irgendwann mal mitbekommen hat, daß diverse Israelis in Israel von Antisemiten ermordet wurden, sich aber nicht entblödet, auf ihrem Sticker das genaue Gegenteil zu behaupten. Der nächste Fehler: Israel wird als Schutzraum für alle Opfer bezeichnet, als wäre der gewünschte Sinn der Sache nicht etwa, dass es gar nicht erst dazu kommt, dass es Opfer gibt.
Übrigens: Mit Schutzraum meint man für gewöhnlich einen Bunker. Aber das fällt nun auch nicht mehr ins Gewicht.
Stay solidarisch, oi!

Basketball-EM

Mit der Rugby-WM das Beste im Fernsehen! Toll natürlich, dass Krautland bei beiden Meisterschaften nix zu gewinnen hat.
Eine Enttäuschung: Der gestrige „Schlag den Raab“-Marathon. Denn welcher Kommunist kann sich schon freuen, wenn ein Polizist eine halbe Million Oiro gewinnt? Sauerei, Skandal, jetzt braucht’s die blutige Revolution mehr denn je. Davor aber doch noch Spanien vs. Russland gucken. Olé!

Eckhard Henscheid

Eckhard Henscheid, bekannt nicht nur durch die Titanic, ist ein Arschloch.
Begründung u.a. dort:
hxxp://www.jf-archiv.de/archiv02/242yy09.htm

[Keine Ahnung, warum ich das heute anscheinend zum ersten Mal blogge, wo Henscheid lange Zeit mir die Lektüre der Titanic vergällt hat.]